Geht es Ihnen auch oft so, dass der Tag 48 Stunden haben könnte und Sie nie genügend Zeit haben? Kommt es Ihnen bekannt vor beim Blick auf Ihre Uhr festzustellen, dass der Tag fast schon wieder komplett rum ist, Sie die ganze Zeit gearbeitet und sich trotzdem so fühlen, als hätten Sie fast nichts geschafft? Dann lesen Sie diesen Artikel unbedingt weiter! Ich möchte Ihnen veraten, wie Ihnen eine kleine Tomate in einer einfachen Eieruhr dabei helfen kann, Ihr Zeitmanagement viel besser in den Griff zu bekommen. Klingt komisch? Vielleicht ein bischen… Haben Sie vielleicht schon einmal etwas von der Pomodoro-Technik gehört? Pomodoro heißt zwar auf Italienisch Tomate, hat jedoch im Kontext der Pomodoro-Technik nichts mit kulinarischen Köstlichkeiten zu tun. Die Pomodoro-Technik ist ein Methode des Zeitmanagements, die von Francesco Cirillo in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Francesco Cirillo wollte mit der Pomodoro Technik eine Zeitmanagement Methode kreieren, die leicht im Handling und einfach zu verstehen ist.

Was steckt hinter der Pomodoro-Technik?

Das Zeitmanagement-System verwendet einen Kurzzeitwecker, um Arbeit in 25-Minuten-Abschnitte – die sogenannten pomodori – und Pausenzeiten zu unterteilen. Der Name ist entstanden, weil Francesco Cirillo bei seinen ersten Experimenten mit dieser Methode eine Tomaten-Küchenuhr zur Zeitmessung im Einsatz hatte. Die Kernidee dieser Methode: Durch häufige Pausen kann die geistige Beweglichkeit verbessert werden. Darüber hinaus geht es um die Fokusierung und Konzentration auf eine Aufgabe, die Vermeidung von Zeitfressern durch Ablenkung wie beispielsweise unproduktive Multi-Tasking-Effekte (Abschweifungen, Unterbrechungen, …), Bewältigung von komplexen Aufgabenstellungen, nachhaltige Motivations-Steigerungen, Unterstützung bei der Ziel-Erreichung, etc.

Wie funktioniert die Vorgehensweise der Pomodoro-Technik?

Grundsätzliche Methodik: Die Grundpfeiler der Pomodoro-Technik sind die Planung, die Nachverfolgung, die Aufzeichnung, die Bearbeitung und die Visualisierung. In der Planungsphase werden die Aufgaben nach Priorität in eine Liste für den aktuellen Tag geschrieben. Dabei wird der jeweilige Aufwand abgeschätzt, so dass Sie im Idealfall die Aufgaben innerhalb von 25 Minuten erledigen können. Die Technik besteht aus fünf Schritten:

  1. Planung: Schriftliches Ausformulieren einer Aufgabenstellung
  2. Den Timer auf 25 Minuten stellen und starten
  3. Bearbeitung der Aufgabe bis der Wecker klingelt – mit einem X markieren
  4. ein kurze Pause von 5 Minuten machen
  5. Alle vier pomodori (also nach jedem 4. Durchgang) eine etwas längere Pause von 15-20 Minuten machen.

Wichtig: Innerhalb der Pomodoro (25 Minuten) sollten Sie sich weder vom Telefon, Radio, Fernsehen, Sozialen Medien, Emails & Co ablenken lassen und nur auf eine einzige Aufgabe konzentrieren. Ziel sollte es sein, in dieser produktiven Arbeitszeit keine Störfaktoren zuzulassen. Das das leider nicht immer klappen wird, ist wohl jedem klar. Sollte es zu Unterbrechungen kommen werden diese vermerkt und zur späteren Abarbeitung aufgeschrieben.


Vorteile der Pomodoro-Methode

  • kleine Aufgaben mit kurzen Bearbeitungszeiten
  • durch die kleineren Aufgaben gibt es öfters Erfolgserlebnisse
  • durch die Pausen lässt sich die Konzentration über einen längeren Zeitraum oben halten
  • bei einigen Anwendern wird davon berichtet, dass durch den Einsatz dieser Methode mehr Arbeit pro Pomodoro geschafft wird, als beim längeren Arbeiten am Stück ohne diese Methode

Nachteile der Pomodoro-Technik

  • Nicht jeder kommt mit der tickenden Zeit klar. Die Methode ist also nicht für jeden etwas.
  • Die Methode ist wie jede andere Zeitmanagement-Methode nicht der heilge Gral
  • Bei umfangreichen Aufgaben, die sich nicht in kleinere Arbeitschritte packen lassen, stößt die Technik an ihre Grenzen
  • Kann bei manchen Personen durch den „Zeitdruck“ zum zusätzlichen Stressfaktor werden

Hilfsmittel zur Anwendung der Pomodoro-Technik

Die einfachstes Hilfsmittel sind – wie sie in den 80er Jahren von Francesco Cirillo eingesetzt wurde – der Tomaten Kurzzeitmesser, Stift und Papier. Wer es jedoch gerne etwas technischer haben möchte, der findet hier ein paar kleine kostenlose Helferleins:

  1. Der Tomato Timer : Kostenloser Web-Timer mit den typischen Timing-Sequenzen für die Pomodoro-Technik.
  2. Tomighty : Open-Source-Timer für Windows und OS X
  3. TeamViz (vorher bekannt als PomodoroApp) für Windows, OS X und Linux

Fazit

Wie für jedes Zeitmanagementsystem gilt auf für diese Methode: Einfach mal testen und schauen, ob es einem liegt. Wie bei den Vor- und Nachteilen bereits angesprochen, kann das System eine echte Hilfe sein, für den einen oder anderen jedoch auch zur Qual werden. Ob es was für Sie ist, können nur Sie selbst herausfinden! Viel Spaß, viel Erfolg und frohes Schaffen!