Deutscher Wetterdienst Deutschlandwetter-aktuell ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am Freitag, 10.02.2012, 11:30 Uhr Servus DIETER, irgendwann ist halt Schluss... Offenbach, Freitag, den 10.02.2012, 11:30 Uhr - Der eine mag es bedauern, der andere mag sich freuen - Kältehoch DIETER ist kurz vor dem Absprung und verabschiedet sich von der Wetterbühne. Was so ein bisschen nach tragischem Boulevard klingt, ist meteorologisch durchaus substanziell nachzuvollziehen. Weit im Norden und Nordwesten Europas sowie über dem Nord- bzw. Nordpolarmeer scharren die verschiedenen Tiefdruckgebiete schon mit den Hufen, um ihren Einfluss auch auf unsere Breiten auszudehnen - mit zunehmendem Erfolg. Zunächst stemmt sich DIETER zwar noch dagegen, was uns größtenteils ein ruhiges und frostiges Winterwochenende beschert. Bereits am Sonntag zeigt das Hoch auf seiner Nordflanke aber bereits erhebliche Abwehrschwächen, so dass ein erster Tiefausläufer - Absender ist das Nordmeertief MAIKE - auf den Norden und Nordwesten mit Schnee, örtlich vielleicht auch gefrierendem Sprühregen mit Glatteis übergreifen kann. Dazu kommt es zu einer leichten Frostabschwächung, ohne dass es aber gleich wirklich mild wird. Im Laufe der kommenden Woche positionieren sich die Hochs und Tiefs dann endgültig neu. Hoher Luftdruck - bisher eher in Nord- und Nordosteuropa zu finden - baut sich über dem nahen Ostatlantik vor Irland und Großbritannien auf. Gleichzeitig etablieren sich über Nordeuropa verschiedene Tiefdruckgebiete, von denen eines durchaus auch mal den Weg zu uns finden kann. Entscheidend aber ist die Tatsache, dass sich zwischen dem Hoch und den Tiefs eine nordwestliche Strömung einstellt, mit der maritime Polarluft nach Mitteleuropa respektive Deutschland gesteuert wird. Diese Luftmasse ist von ihrem Ursprung zwar ebenfalls kalt, erwärmt sich aber auf ihrem Weg über den Nordostatlantik bzw. die Nordsee und nimmt gleichzeitig noch reichlich Feuchtigkeit auf. Die Folge ist einerseits zwar eine Frostabschwächung, die im Nordwesten schneller und nachhaltiger abläuft als im Südosten. Allerdings bleibt das Temperaturniveau noch so niedrig, dass die wiederholten Niederschläge häufig als Schne e und nur teilweise als Regen fallen. Da die Böden deutschlandweit noch tief gefroren sind, besteht gerade zu Wochenanfang und nach Nordwesten hin die Gefahr von Glatteis. In den Bergen kann es - besonders im Nordweststau - zeitweise kräftig schneien, aber auch im Flachland wird es vielerorts weiß und so manchen Autofahrer möglicherweise zur Weiß-Glut bringen. Dazu gesellt sich wahrscheinlich am Dienstag und auch noch am Mittwoch ein lebhafter und böiger, teils stürmischer Nordwestwind. Das erklärt Dipl. Met. Jens Hoffmann von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage. Deutschlandvorhersage: Heute Mittag fällt im Süden und im Mittelgebirgsraum sowie im Ostseeumfeld gebietweise noch Schnee meist leichter Intensität. Sonst ist es heiter oder wolkig und meist trocken. Trotzdem muss streckenweise mit Glätte gerechnet werden. Am Nachmittag und Abend schneit es vor allem südlich der Donau sowie an der Ostsee nebst angrenzendem Binnenland noch etwas, sonst fallen nur noch vereinzelt ein paar Flocken. Die Höchsttemperatur liegt zwischen -10 und -1 Grad, wobei es auf den Nordseeinseln sowie im äußersten Westen und Nordwesten am wenigsten kalt wird. Im höheren Bergland verharrt die Temperatur meist unter -10 Grad und auch in tieferen Lagen Süddeutschlands und der östlichen Mitte wird die -10-Grad-Marke nicht überall überschritten. Im Norden weht der Wind nur schwach, im Süden mitunter mäßig, auf den Bergen stark böig aus Nordosten bis Osten. In der Nacht zum Samstag ist es im Süden und Osten teils wolkig oder hochnebelartig bedeckt, hier und da fallen noch ein paar Schneeflocken. Sonst ist es überwiegend gering bewölkt oder klar und trocken. Die Temperatur geht auf -10 bis -20 Grad zurück, bei längerem Aufklaren und vorhandener Schneedecke wird es örtlich noch etwas kälter. Nicht ganz so kalt mit -4 bis -9 Grad wird es an der See sowie auf den Inseln. Der Wind weht meist nur schwach aus Nordosten bis Osten. Am Samstag scheint in weiten Teilen des Landes die Sonne von einem wolkenlosen oder nur locker bewölkten Himmel. Im äußersten Süden, teils auch im östlichen Mittelgebirgsraum halten sich allerdings stärkere Bewölkung oder Hochnebelfelder, aus denen hier und da ein paar Schneeflocken fallen. Und auch im äußersten Norden ziehen dichtere Wolkenfelder durch, dort bleibt es aber weitgehend niederschlagsfrei. Es bleibt kalt und frostig mit Temperaturmaxima zwischen -10 und -1 Grad, wobei die höchsten Werte Richtung Nordsee erreicht werden. Dafür hält sich im Süden und Südosten sowie in der östlichen Mitte auch tagsüber stellenweise strenger Frost unter -10 Grad. Der Wind weht meist schwach aus Nordosten bis Osten. Nur im Süden lebt er mitunter leicht böig auf, im Hochschwarzwald sind sogar einzelne Sturmböen möglich. In der Nacht zu Sonntag ist es im Süden und in der Mitte vielfach klar, nur gebietsweise hält sich hochnebelartige Bewölkung, aus der etwas Schneegriesel fallen kann. Im Norden und Nordwesten ziehen dichte Wolken durch und an der Grenze zu Dänemark, teils auch an der Nord- und Ostseeküste beginnt es zu schneien. Örtlich ist auch gefrierender Sprühregen mit entsprechender Glätte nicht ausgeschlossen. Die Temperatur sinkt an der See und im Nordwesten auf -2 bis -9 Grad, sonst auf -10 bis -20 Grad, im Süden und in der östlichen Mitte lokal auch noch darunter. Am Sonntag ist es in Nord- und Nordwestdeutschland stark bewölkt bis bedeckt und von der Küste her zieht ein Schneefallgebiet langsam südwärts ins Binnenland. Vereinzelt kann auch etwas gefrierender Sprühregen mit Glatteis nicht ausgeschlossen werden. Im übrigen Deutschland scheint -abgesehen von ein paar Hochnebelfeldern - die Sonne. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung in der Mitte und in den westlichen Landesteilen von Norden her zu, bis zum Abend fällt wahrscheinlich aber nur vereinzelt etwas Schnee. Die Höchsttemperatur liegt zwischen rund 0 Grad im Nordwesten und örtlich -10 Grad am Alpenrand. In den meisten Regionen schwächt sich der Frost gegenüber den Vortagen etwas ab. Der Wind weht schwach, nur im Norden später mäßig, im Norden um Südwest, im Süden um Nordost. In der Nacht zum Montag kommt das Schneefallgebiet weiter südwärts voran und erfasst große Teile des Mittelgebirgsraums. Im Süden bleibt es noch überwiegend niederschlagfrei, wobei der Himmel teilweise aufklart. Im Norden und Nordwesten hört es allmählich auf zu schneien und die Wolkendecke lockert gebietsweise auf. Dabei bildet sich stellenweise dichter Nebel. Zudem muss mit Straßenglätte durch Schnee oder gefrierende Nässe gerechnet werden. Die Tiefsttemperatur liegt zwischen rund 0 Grad im Nordseeumfeld und noch mal bei -10 bis -18 Grad im Süden und Südosten. Am Montag ist es wechselnd, häufig stark bewölkt, gebietsweise auch neblig trüb. Dabei beginnt es auch in Süddeutschland zu schneien. Gleichzeitig zieht von Nordwesten her neuer Niederschlag heran, der teils als Schnee, teils als Regen fällt. Dabei besteht die Gefahr von Glatteis auf den noch gefrorenen Böden. Die Temperatur steigt im Nordwesten und Westen in den leichten Plusbereich mit Maxima von rund 2 Grad. Sonst liegen die Höchstwerte zwischen -7 und 0 Grad, wobei es im Südosten am kältesten bleibt. liegen zwischen 2 Grad im Nordwesten und -8 Grad im Südosten. Dazu weht schwacher, im Norden mäßiger, an der See später frischer Wind aus vorherrschend westlicher Richtung. In der Nacht zum Dienstag werden Tiefswerte zwischen +1 Grad im äußersten Nordwesten und -10 Grad am Alpenrand erreicht. Copyright (c) Deutscher Wetterdienst